Bereits heute sind Weichenstellungen in der Bildung notwendig, um auch künftig in Wissenschaft und Industrie weltweit die Spitzenposition halten und ausbauen zu können. Aus diesem Grund haben Ende März die Chemieorganisationen gemeinsame bildungspolitische Positionen und Forderungen vorgelegt. Im sogenannten MINT-Bereich müssen die Fachkräfte für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bestens ausgebildet werden, hieß es auch mit Blick auf das Internationale Jahr der Chemie 2011.
Laut Forderungskatalog soll die Verbesserung der frühkindlichen vorschulischen Bildung vor allem das spielerische Erforschen von Alltagsphänomenen ermöglichen und naturwissenschaftlich-technisch orientierter Sachunterricht soll an Grundschulen verbindlich eingeführt werden. Die schulische Bildung soll durch Erreichung verbindlicher Bildungsabschlüsse verbessert und der Anteil der MINT-Fächer ausgebaut werden. Schließlich wird die Stärkung der beruflichen Bildung durch eine Verbesserung der Qualität des Unterrichts an den Berufsschulen angestrebt. Auch die Qualität der Hochschulbildung und der Hochschulabschlüsse verbunden mit einem international attraktiven MINT-Studienangebot soll gesichert werden.
Das Thema Bildung besitzt für die Chemie seit langem einen hohen Stellenwert. Das aktuelle Positionspapier soll das bildungspolitische Engagement unterstreichen und den Diskurs zu diesem Thema in Deutschland konstruktiv mitgestalten. Gerade in Hessen gibt es viele Ansätze, Naturwissenschaften in der frühen Bildung zu einem festen Bestandteil im Fächerkanon werden zu lassen. Ein nachhaltiger gesellschaftlicher Nutzen ist jedoch nur mit einer zuverlässigen Kontinuität der Angebote über alle Schulstufen und Schulformen zu erreichen.