Fortbildung für Störfallbeauftragte findet regen Zuspruch 

Zum zwölften Mal hat der VCI Hessen im April seine staatlich anerkannte Fortbildung für Störfallbeauftragte der Chemischen Industrie durchgeführt. Neun hochrangige Referenten aus Unternehmen und Behörden trugen ihre Erfahrungen rund um das Leitthema „Lernen aus Ereignissen: Sachstand und zukünftige Initiativen zur Störfallprävention“ vor. An der ganztägigen Veranstaltung in Frankfurt nahmen 72 Firmen- und etwa 20 Behördenvertreter teil. Die Fortbildung ist ein wesentlicher Beitrag der chemischen Industrie zur Umweltallianz Hessen, die unter dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“ steht.

Professor Dr. Christian Jochum, Vorsitzender der Kommission für Anlagensicherheit (KAS), referierte am Vormittag zum Stand der Novelle der EU-Seveso-II-Richtlinie. Die Umsetzung der Globally Harmonized System-Verordnung (GHS) beziehungsweise der Classification, Labelling and Packaging-Verordnung (CLP) in der Störfallverordnung stand im Mittelpunkt eines Vortrages von Professor Dr. Herbert F. Bender, Mitglied im beratenden Ausschuss für Sicherheit und Gesundheitsschutz der EU-Kommission.

Der Vorsitzende der OECD Working Group on Chemical Accidents, Mark Hailwood, sprach zur „Angemessenheit und Leistungsfähigkeit von Sicherheitsmanagementsystemen“. Anschließend stellte der stellvertretende KAS-Vorsitzende Dr. Peter Schmelzer die Frage „Welche Ereignisse lehren was?“. Die beiden Referenten gingen darüber hinaus auch auf den Nutzen und die Grenzen von „Safety Performance Indicators“ in der Chemischen Industrie ein.

Der Nachmittag stand im Zeichen praktischer Erfahrungsberichte. Dr. Hans-Peter Ziegenfuß vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP) stellte Erkenntnisse aus den Prüfungen der Paragraf-29a-Sachverständigen vor. Dr. Thomas Hafner und Jürgen Friebertshäuser, beide ebenfalls vom RP Darmstadt, berichteten über ihre Erfahrungen bei der Überwachung nach der Störfallverordnung in Hessen.

Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagensicherheit Consilab, Dr. Jürgen Franke, gab Beispiele, in denen „Elektrostatik als ereignisauslösender Faktor“ ermittelt wurde. Dr. Steffen Neuenfeld von Merck machte mit seinem Vortrag über die „Sicherheitstechnische Beurteilung Chemischer Reaktionen“ die Teilnehmer auf die Gefahren exothermer Reaktionen aufmerksam. Die Fortbildungsveranstaltung wurde von Dr. Eberhard Guntrum von Sanofi-Aventis moderiert.