13. Forum Kommunikation der Chemieverbände Hessen
Social Media sind kein Zukunftsthema mehr sondern Gegenwart. Das wissen die hessischen Chemie- und Pharmaunternehmen längst und agieren entsprechend. Twitter und Blogs oder YouTube halten Einzug in die externe Kommunikation und Pressearbeit und sogar den Vertrieb. Facebook und Xing bieten den Personalabteilungen Chancen für die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Die Herausforderungen, die die Nutzung der Sozialen Netzwerke an die Firmen stellt sind komplex. Wie soll der Auftritt aussehen? Wer darf kommunizieren? Welche rechtlichen und organisatorischen Anforderungen sind zu beachten und können Social Media auch Forschung und Entwicklung unterstützen? Diesen Fragen ging das 13. Forum Kommunikation nach, das der Arbeitgeberverband HessenChemie und der VCI Hessen Anfang April veranstalteten. 40 Teilnehmer aus den Kommunikationsabteilungen der Mitgliedsfirmen waren zu Besuch beim Mitgliedsunternehmen Mundipharma in Limburg.
Social Media Guidelines machen mehr Sinn als Verbote, meinte der auf Online Medien spezialisierte PR-Fachmann Michael Grube im Hinblick auf den Umgang mit Mitarbeitern, die sich in den neuen Medien tummeln. Als Hilfestellung für die Firmen formulierte er sieben Regeln, die in solchen Guidelines zwingend enthalten sein sollten. Ob die Aktivität in den Social Media im Namen des Unternehmens oder privat erfolgt, sollte beispielsweise eindeutig erkennbar sein.
Um Fragen der Anwendbarkeit von Wettbewerbs- und Markenrecht, der Impressumspflicht nach Telemediengesetz und dem Rundfunkstaatsvertrag beim Aufbau eines Twitter Accounts ging es im anschließenden Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht Unternehmen seien gut beraten, sich hier abzusichern. Gewerblicher Rechtsschutz und Medienrecht gälten auch in den Social Media.
Für den Lokaljournalismus erläuterte Volker Thies von der Frankfurter Neuen Presse das durch Social Media veränderte Leserverhalten. Die Leser stießen über unterschiedliche Kanäle wie google oder blogs auf die Medien. Für die externe Kommunikation in den Unternehmen bedeute das, dass sie möglichst mehrere Social Media Kanäle gleichzeitig bedienen sollten und Anwendungen wie Videos in YouTube, Fotos auf flickr mit blogs oder facebook verlinken sollten. Das steigere die Wahrnehmung bei den Zielgruppen erheblich.
Für den deutlich fortgeschrittenen Einsatz von Social Media in der Life Science Branche ergäben sich Perspektiven, die neuen Kommunikationsformen in Forschung und Entwicklung gezielt einzusetzen. Vielleicht doch noch ausführen. Social Media, so sind sich die Teilnehmer in der Diskussionsrunde einig, ist keine Eintagsfliege. Für die Chemie- und Pharmabranche bieten die Sozialen Netze Chancen, ob für die Umwerbung von Fachkräften, den Dialog mit Patienten über Nebenwirkungen, die Echtzeit-Kommunikation bei einem Krisenfall, die Information der Presse oder gar für ein gezieltes Innovationsmanagement.